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Die Einwohner in Hetzlos (Gemeinde Oberthulba) haben allen Grund zum Feiern. Nicht nur die Tradition der Kirchweih wurde fortgeführt, auch an die Vergangenheit des Ortes wurde gedacht. Der Grund: Das Dorf feiert heuer sein 575-Jähriges Jubiläum. Die erste urkundlich Erwähnung des Ortes fand demnach im Jahr 1447 statt. „Es ist das erste Jubiläum, dass ich während meiner Amtszeit feiern darf und darauf bin ich besonders stolz“, weiß auch erster Bürgermeister der Gemeinde Oberthulba, Mario Götz, das Leben auf dem Land zu schätzen. Und: Auch die Herkunft des Namens „Hetzlos“ lässt sich mit der Vergangenheit erklären.

Lediglich die Viehzucht und der Weinbau um den an Hetzlos direkt angrenzenden Büchelberg, stellten damals die Lebensgrundlage der ersten Bewohner dar, Ackerbau war aufgrund der recht kargen Böden kaum möglich. Dennoch blieb hoher adeliger Besuch nicht aus. Die dichten Wälder mit ihrem großen Wildbestand lockten häufig vor allem Fürsten für ihre Jagdveranstaltungen an. Eine eigene Kirche sowie Schule kamen erst Jahre später – nämlich im Jahr 1775 - dazu. Die Steine für den Bau nahm man direkt vom Büchelberg. Dieser habe für die Hetzloser Einwohner also schon immer eine ganz besondere Bedeutung gehabt, so der Bürgermeister.

Knapp 300 Einwohner mehr

Der Beschluss der damaligen Regierung im Jahr 1806, dass alle geschlossenen aneinander liegenden Grundstücke der Hetzloser Bewohner, die in den umliegenden Nachbarfluren liegen, der Hetzloser Markung anzugleichen seien, sorgte für eine grundlegende Veränderung. Denn somit gehörte ab dato auch der Büchelberg offiziell zum Dorf dazu. Knapp vier Jahre später folgte die Eingliederung in den Freistaat Bayern – genauer in das Amt Hammelburg. Nach der Gemeindegebietsreform im Jahr 1978 wurde Hetzlos schließlich auch Teil der Gemeinde Oberthulba, welcher es bis heute angehört.

Nach der Eingemeindung zählte Hetzlos 234 Einwohner, stand heute sind es 298. „Ich denke der Zuwachs spricht für sich, Hetzlos hat sich sehr gut entwickelt“, ist sich der Bürgermeister sicher. Denn der Gemeinde sei es ein besonderes Anliegen, dass sich auch die kleineren Ortsteile gut entwickeln. Die Sanierung des Feuerwehrhauses, die Entstehung von vier neuen Bauplätzen sowie der Ausbau des Mobilfunknetztes zeigen, dass auch in Zukunft noch weiter an der Verbesserung der Lebensqualität für die Einwohner gearbeitet wird. „Die Natur ist wunderschön und auch die Infrastruktur ist wirklich gut“, verdeutlicht Götz. Sowohl Hammelburg, als auch Oberthulba seien mit dem Auto schnell zu erreichen. „Es ist wunderschön hier bei uns in Hetzlos“, ist sich auch Einwohner und Ortsbeauftragter Klaus Kunder sicher.

Verbundenheit zur Heimat

„Es ist doch etwas Wunderbares sagen zu können: Hier bin ich geboren, hier bin ich aufgewachsen, mit diesen Ort bin ich zutiefst vertraut oder mit anderem Worten - dieses Dorf ist meine Heimat“, freut sich Götz. Und auch der ehemalige Bürgermeister, Gerhard Adam, hat eine ganz besondere Erinnerung an Hetzlos. Kurz nach der Kommunion während eines Gottesdienstes mit dem mittlerweile verstorbenen Pfarrer Karl Theodor Mauer habe stille geherrscht. Ein älterer Bürger aus Hetzlos habe sich dazu damals mit den Worten „Jetzt ist der Pfarrer eingeschlafen“ geäußert. „Das ist mir bis heute in Erinnerung geblieben“, witzelt der Altbürgermeister.

Anlässlich des Jubiläums schenkte die Gemeinde Oberthulba allen Hetzlosern eine Bank. Über den genauen Aufstellort sind sich die Hetzloser allerdings noch nicht einig. „Ich denke wir werden einen passenden Ort dafür finden“, ist der Ortsbeauftragter sicher.

Text: Milena Meder
Foto: Stephanie Kunder

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