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An einem Strang zogen die Mitgliedsgemeinden der Allianzen "Fränkisches Saaletal" und "Kissinger Bogen" bei der Schulung Obstbaum-Rückschnitt für Bauhofbeschäftigte. Auf einer Streuobstwiese vor den Toren Untererthals erfuhren Frauen und Männer, wie mit Obstbäumen umzugehen ist, sollen sie im Herbst reichlich Früchte tragen.

Einer der es wissen muss, Dieter Büttner, Kreisfachberater für Gartenbau und Landschaftspflege am Landratsamt, stellte sich als Kursleiter zur Verfügung und wies die Gekommenen an wo die der Astschneider und die Gartenschere anzusetzen ist. Aber nicht nur, schnipp, schnapp, die Baum-Entastung auch der sichere Stand junger Bäume und weitere Information über beispielweise mögliche Schädlinge flossen in den theoretischen Teil der Maßnahme ein.

Es war beileibe nicht die erste, gemeindeübergreifende Aktion der Allianzen. Rückblickend gab es hier schon Projekte wie Straßen-Markierung, Regelwerke für Wasserversorger, Grünflächenpflege oder Mahd- und Milchmanagement. Im Handlungsfeld Obstbaumschnitt trafen sich Nachbar-Allianzen allerdings erstmalig.

Den Grund für das "joint venture" dieser Art nannte Allianz-Manager Holger Becker. "Es gibt mutmaßlich mehrere 10 000 Streuobstbäume in den beiden Allianzen. Für eine nachhaltige Pflege und einen guten Ertrag brauchen diese Bäume Pflege und einen Rückschnitt, am besten jährlich. Insofern passt die Bauhofschulung gut in die Aktivitäten der Allianzen im Bereich Natur, Landschaft und Nachhaltigkeit".

Becker erinnerte in diesem Zusammenhang an bisherige Angebote beider Allianzen wie mehrere hundert Probierbäume seit 2020 oder den ersten Allianz-Apfelsaft im Herbst vorigen Jahres. Obstbaum-Rückschnitte für die Bevölkerung fanden in Kooperation mit dem Grüngitter-Projekt statt, das durch den Bayerischen Naturschutzfonds finanziert wird. Innerhalb eines Monats absolvierten mehr als 100 Teilnehmer  sechs Kurse, die Dieter Büttner und Robert Hildmann leiteten.

Büttner nannte die Vernetzung der Allianzen "eine gute Sache. Mal sehen was hier noch machbar ist". Er wies aber auch auf die Unterschiede bei Pflege und Schnitt bei einem Gartenbaum oder einem auf einer Streuobstwiese hin. "Wer von Beginn an richtig pflegt, spart sich viel Arbeit in der Zukunft" riet er den Teilnehmern. An die Arbeitgeber gewandt unterstrich er: Wichtig ist, dass die Zeit zur Verfügung steht".

"Es ist schön, dass sie sich die Zeit genommen haben. Jede Kommune kennt dieses Thema", lobte der Allianz-Vize-Vorsitzende und Oberthulbaer Bürgermeister, Mario Götz, der den verhinderten Vorsitzenden, Bürgermeister Armin Warmuth vertrat und dessen Grüße überbrachte. Erbaut zeigte sich Götz von der Vernetzung der Kommunen und ihrer Bauhofmitarbeiter auf die er auch künftig hoffte.

Augenscheinlich war die Maßnahme ein Katalysator für Bauhof-Beschäftigten, die ihrerseits Anregungen für künftige Schulungen einbrachten. Dazu gehörten ein Sachkundelehrgang zur Nager-Bekämpfung, eine Qualifizierungsmaßnahme zum Erdbau-Maschinen-Führer - zum Beispiel die Arbeit mit einem Radlader oder Mini-Bagger und die Neophyten-Bekämpfung.

W. Ehling                   

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